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Literatur-Eule zum zweiten Mal
für Wilfried Besser

Text über das mutige Outing eines Fußballers gewinnt

Publikumspreis für Martina Bialas

Die 27. Autorennacht der Neuen Literarischen Gesellschaft am Samstagabend in der Altstadtschmiede ließ acht von einer Jury ausgewählte Autoren und Autorinnen mit ihren Texten zu Wort kommen. Dabei wurden unter der Moderation des Vorsitzenden Stephan Schröder ein Jurypreis und ein Publikumspreis verliehen.

In der stimmungsvollen Atmosphäre der Altstadtschmiede  traten die fünf Autorinnen und drei Autoren, launig vorgestellt mit Daten über ihre Vorlieben und Schreibgewohnheiten, nacheinander an den Rednertisch.  Die einfühlsamen  Improvisationen der Saxofonistin Christine Budkammer füllten die Lesepausen. Vorbereitet wurde der Abend von Dr. Claudia Kociucki, die leider aus Krankheitsgründen verhindert war. Der Schreibimpuls ÜBER|MUT gab vielfachen Ideen und Themen Raum - und der wurde auch genutzt.

Martina Bialas aus Datteln, Kolumnistin und Kabarettistin, verfasste eine einfühlsame Geschichte über die langsam reifende Entscheidung einer Ehefrau zur befreienden Scheidung. Das Publikum verlieh ihr für diesen Text mit großem Vorsprung den Publikumspreis. Das war eine Arbeit - natürlich auch eine Literatur-Eule - von Schülern aus dem Kunstunterricht des Gymnasium Petrinum mit ihrer Lehrerin Dorothea Mußfeldt. Als zweiter wurde der junge Autor Henrik Haumann mit einem enigmatischen Text  belohnt, dicht gefolgt von Wolf-Michael Bühlmann mit einer Geschichte aus dem Managerleben, in dem eine übermütige Entscheidung zur Insolvenz eines Unternehmens führte.

Bei der Auswahl der professionellen Jury unter Leitung von Werner Fondermann, dem ehemaligen Vorsitzenden der NLG, mit Silvia Seelert, Vestische Literatureule 2014Eulen-Preisträgerin 2011, und Dr. Gudrun Güth konnten die Geschichte von Martina Bialas und der Text von Uli Dittmar, Eulen-Preisträger von 2008, der unter dem Titel „Das Duell“ den Zuhörer lange im Unklaren ließ, dass mit dem Duell ein Elfmeterschießen und kein tödliches Pistolenduell gemeint war, den zweiten und dritten Preis gewinnen.
Sieger und damit zum zweiten Mal Gewinner der „Literatur-Eule“, die von der Recklinghäuser Künstlerin Susanne Linn  gestaltet wurde, ist Wilfried Besser: Der Recklinghäuser ist bereits durch viele Lesungen und Veröffentlichungen von Aphorismus-Büchern und Kurzgeschichten bekannt geworden. Besser beschreibt in seiner Geschichte „Mut ist nichts für Feiglinge“ die schwierige Situation eines erfolgreichen Fußballspielers, der vor der Frage steht, ob er seine Homosexualität outen soll oder nicht.

Als weitere Autoren waren beteiligt Andrea Rohmert, die die Eule bereits 2007 gewinnen konnte, mit ihrer Geschichte „Gernot und Grabowski“, einer Art Persiflage auf Dichterlesungen, und die Studentin Dea Sinik, eigentlich Poetry-Slammerin mit eigenen Erfahrungen als Slammerin und Organisatorin, mit ihrem lyrischen rhythmisierten Text „Wurzelwerk“, in dem deutliche Sozialkritik u.a. am Konsumverhalten der Gesellschaft geübt wurde. Schließlich Michael Kostinski, der wie Henrik Haumann bereits an den Autorennächten für junge Autorinnen teilgenommen hatte und der Jugend nun entwachsen  ist, mit seiner mystischen Geschichte „Das geschenkte Leben“. Thema ist die Spanne zwischen Leben und Tod nach einem schweren Autounfall.

(Stephan Schröder)

Wilfried Besser
Wilfried Besser
Martina Bialas
Martina Bialas
Wolf-Michael Bühlmann
Wolf-Michael Bühlmann
Ulrich Dittmar
Ulrich Dittmar
Henrik Haumann
Henrik Haumann
Michael Kostenski
Michael Kostenski
Andrea Rohmert
Andrea Rohmert
Dea Sinik
Dea Sinik

Fotos: Monika Wischnowski (größere Fotos per Klick)

 

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