"Frühlingsgedichte"
im Kutscherhaus
Christine Sommer und Martin Brambach lesen zum
"Tag des Buches"
Einen
bunten Strauß von zarten bis harten Gedichten über den
Frühling und die Liebe präsentieren am Samstag, dem 25.
April, um 19.30 Uhr die beiden Recklinghäuser Schauspieler
Christine Sommer und Martin Brambach, bekannt aus Schauspiel (Ruhrfestspiele
2007) sowie Film und Fernsehen, im Recklinghäuser Kutscherhaus.
Die Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen veranstaltet die
alljährliche Lesung zum "Tag des Buches" in diesem
Jahr aus Termingründen zwei Tage nach dem eigentlichen "Tag
des Buches" (am 23. April).
Christine
Sommer und Martin Brambach haben ein 90minütiges Programm zusammengestellt,
das zunächst mit den leisen Zeilen Hugo von Hofmannsthals "Es
läuft der Frühlingswind / durch kahle Alleen" den
"Vorfrühling" ankündigt. Der Aufklärer
Martin Wieland spricht in seinem "Kleinen Preislied" bereits
anzüglich metaphorisch vom kleinen stillen Rosengärtlein,
das von einem Gärtner liebevoll betreut wird. Charles Baudelaire,
einer der französischen Symbolisten, dichtet in einem Sonett
der Sammlung "Die Blumen des Bösen" in der Mitte
des 19. Jahrhunderts eine vorübergehende Frau an, "in
großer Trauer, schlank, vom Schmerz gestrafft, / die (
)
mit der Hand gerafft / den Saum des Kleides hob, der glockig schwang".
Der Hannoveraner Dadaist Kurt Schwitters (1887-1948) beschreibt
ironisch die "Große Liebe", die sein Held Adolar
ausgerechnet auf dem "Lillebummer Schützenfest" trifft
und der ihr "alles zu erklären" sucht, bis ... ja,
bis "er sie jetzt küssen müsste". Erich Kästner
persifliert die klassischen und romantischen Frühlingsgedichte
in seinem Lied "Besagter Lenz ist da": "Der Frühling
kommt in Gang. Die Bäume räkeln sich."
Auch
die "klassischen" Satiriker und Komiker kommen zu Wort.
Robert Gernhardt redet in seiner "Ermunterung" eine Dame
an: "Hallo, süße Kleine, / komm mit mir ins Reine!"
Ob es ihm gelingen wird? Schließlich spricht Heinz Erhardt
in scheinbar neuromantischer Weise, Goethe parodierend, den Frühling
an: "Wie wundervoll ist die Natur". Und es wäre nicht
Heinz Erhardt, bliebe es bei dieser friedvollen Stimmung, ohne dass
sie kippt.
Außerdem
werden rezitiert: Günter Grass, Elke Heidenreich, Heinrich
Heine, Friederike Mayröcker, Rainer M. Rilke, Else Lasker-Schüler,
Djuna Barnes und andere mehr. - Als Kenner der Liebesgedicht-Literatur
haben Martin Brambach und Christine Sommer mit ihrer Auswahl einen
Spannungsbogen aufgebaut von naturnahen Zeilen über wildromantische
Gedichte bis hin zu derben Satiren. Weil die Vortragenden zudem
die kunstvoll-dynamische Rezitation beherrschen, verspricht der
Abend ein literarischer Hörgenuss zu werden.
Karten
zum Preis von 8 EURO (ermäßgt 6 EURO) gibt es im Vorverkauf
bei den Recklinghäuser Buchhandlungen Attatroll ( 17002), Musial
( 181249) und Winkelmann ( 9197-0), ansonsten an der Abendkasse.
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