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Presse-Information
der Neuen Literarischen Gesellschaft Recklinghausen

In diesem Jahr wird die 350. Wiederkehr der Grundsteinlegung der renovierten Gymnasialkirche, der ehemaligen Klosterkirche der Franziskaner an der Steinstraße in Recklinghausen, gefeiert.

Dies Ereignis und das Patrozinium der "Unbefleckten Empfängnis Mariens", deren Fest die Katholische Kirche jedes Jahr am 8. Dezember begeht, nimmt die Neue Literarische Gesellschaft Recklinghausen zum Anlass für eine wirklich außergewöhnliche Lesung an einem außergewöhnlichen Ort:

Gottfried Keller (1819 - 1890) und Karl Gustav Vollmoeller (1878 - 1948):
"Marienlegenden: Eine Nonne auf Irrwegen"

am 3. Adventssonntag, dem 14. 12. 2008 um 18.00 Uhr, in der Gymnasialkirche an der
Steinstraße
Es lesen: Elisabeth Schröder und Alfred Stemmler
- an der Orgel: Jürgen Fil (Datteln)

Der Schweizer Novellist Gottfried Keller ist den Leserinnen und Lesern als Autor von bekannten Novellen wie "Kleider machen Leute", "Die Leute von Seldwyla" , "Romeo und Julia auf dem Dorfe", "Die drei gerechten Kammacher" und seinem berühmten Roman "Der grüne Heinrich" nicht nur aus Schullektüren wohlbekannt. Keller hat in seinem Band "Die sieben Legenden" eine weltlich-ironischen Adaption der jahrhundertealten Geschichte von der entlaufenen Nonne Beatrix geschrieben: "Die Jungfrau und die Nonne".
Es ist eine der Klostergeschichten, wie sie immer wieder kolportiert wurden:
"Die schönste von den Nonnen hieß Beatrix und war die Küsterin des Klosters. Herrlich gewachsen von Gestalt, besorgte Chor und Altar, waltete in der Sakristei und läutete die Glocken vor dem Morgenrot...." Und irgendwann zog sie die Sehnsucht hinaus in die weite Welt...

Diese Geschichte wird kontrastiert mit der heute weithin unbekannten ästhetizistisch-symbolistisch aufgeladenen Fassung des schwäbischen Autors und Multitalents Karl Gustav Vollmoeller. In seinem Band "Die sieben Wunder der heiligen Jungfrau Maria" (Leipzig 1927) hat er als das siebente Mirakel die Legende von der "Nonne Megildis" erzählt: "Megildis hieß eine junge und schöne Nonne jenes Klosters, die von Kindheit auf von einer ganz besonderen Liebe und Verehrung zur heiligen Jungfrau erfüllt war ( in beatam Virginem mirabili flagrabat amore) und der wegen ihrer ausgezeichneten Frömmigkeit und Demut, trotz ihrer noch jungen Jahre, das Amt einer Küsterin in der Klosterkirche....anvertraut waren..."
Der Industriellensohn und ehemalige Stefan-George-Schüler hat ein Leben lang mit dem Stoff der Marienlegende gerungen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg landete der flugzeug- und automobilbegeisterte Filmpionier mit seiner musikalischen Pantomime zu diesem Stoff "Das Mirakel" einen Welterfolg, der sich erstaunlicherweise bis in die 20er Jahre auf den größten Bühnen Europas und Amerikas fortsetzte.

Das romantische Abenteuer dieser Nonne "Beatrix / Megildis" vereint die Tradition der Marienverehrung mit der des Realismus und der Neo-Romantik und schafft eine interessante und amüsante Mischung des Themas von der Verführbarkeit selbst des Christenmenschen.

Erfreuen Sie sich also an diesem Abend des Dritten Advents an den in dieser Kombination sicher noch nie dargebotenen Texten.

Umrahmt wird die Lesung von Marienliedern, gespielt an der Orgel von Jürgen Fil aus Datteln.

Unkostenbeitrag: 7 €; ermäßigt: 5 € / Karten an der Abendkasse

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